Wir haben an Friedensbildung festgehalten … und GEWONNEN

Parents Circle Family Forum hat juristisch gegen das israelische Bildungsministerium gewonnen und darf sein friedensbildendes Programm an Schulen wieder aufnehmen.

Klage von Parents Circle gegen das Verbot, an Schulen Friedensarbeit zu tätigen

Im Februar berichteteten wir darüber, dass Parents Circle an der Anhhörung seiner Klage gegen das israelische Bildungsministerium am Bezirksgericht Jerusalem teilnahm. Das Bildungsministerium hatte PCFF im August 2023 verboten, weiter friedensfördernde Dialoge an Schulen durchzuführen. „Das Bildungsministerium hat heute zugegeben, dass es 17- bis 18-jährige Schüler:innen für alt genug betrachtet, um zu kämpfen, in der Armee zu dienen und getötet zu werden – aber nicht für alt genug, um unterschiedliche Meinungen zu hören, sich mit kritischem Denken auseinanderzusetzen oder sich mit Friedenserziehung zu beschäftigen“, kommentierte Ayelet Harel, israelische Co-Direktorin von PCFF. Das Ministerium wolle Schüler:innen – die es als „sensible Zielgruppe“ definiere – mit aller Macht vor der vollen Realität schützen. „Wir halten das für bildungsfeindlich. Es widerspricht den Werten des staatlichen Bildungsgesetzes, das eine Erziehung zu unabhängigem und kritischem Denken vorschreibt,“ so Harel. 

Nun hat das Gericht das Urteil gesprochen.

Wir haben die Friedenserziehung nicht aufgegebenund wir haben gewonnen – Erklärung des Parents Circles-Families Forum vom 14. Juni 2026

„Heute hat das Bezirksgericht Jerusalem der von PCFF eingereichten Klage stattgegeben und die Wiederaufnahme unseres Programms „Dialogtreffen – Vom Schmerz zur Hoffnung“ angeordnet. Das Gericht entschied, dass die Auseinandersetzung mit komplexen und kontroversen Themen Teil der Aufgabe des Bildungssystems ist. Dass ein solches Programm kontrovers sein könne oder das menschliche Leid auf beiden Seiten des Konflikts thematisiere, sei kein Grund, es zu verbieten. Das Gericht wies ferner die Behauptung des Bildungsministeriums zurück, das Programm stelle einen unzulässigen Vergleich zwischen israelischem und palästinensischem Leid her. Es stellte vielmehr fest, dass das Programm den Fokus auf den Schmerz des Verlusts und auf die Möglichkeit des Dialogs lege.

Dies ist ein wichtiger Sieg für die Rechtsstaatlichkeit, die Meinungsfreiheit und für alle, die an das Recht auf Bildung für Frieden, Dialog und Hoffnung glauben. Wir werden weiterhin mit hoch erhobenem Kopf in die Schulen gehen, unsere Geschichten erzählen und junge Menschen ermutigen, daran zu glauben, dass ein anderer Weg möglich ist: ein Weg der Anerkennung, der Hoffnung und der Verhinderung weiteren Blutvergießens.

Wir danken sehr herzlich der Vereinigung für Bürgerrechte in Israel und dem Anwaltsteam, das diese juristische Auseinandersetzung entschlossen, engagiert und professionell  begleitet hat, sowie allen, die uns auf diesem Weg unterstützt, ihre Stimme erhoben und uns zur Seite gestanden haben.

Dieser Sieg vor Gericht ist für die Zukunft aller unserer Kinder.

Court overturns Education Ministry ban on educational pro-peace program

The Jerusalem Post, 15. Juni 2026
Since the closure imposed on the West Bank and Gaza Strip at the start of the Gaza War, the program has been operated by Israeli facilitators only, according to the ruling.